Lösung

    Sprechstundenbedarf im Fachhandel: Erkennung, Preis, Rezept, Abrechnung

    PARITY.med erkennt beim Erfassen, ob eine Kunden-Artikel-Kombination Sprechstundenbedarf ist, nimmt den Preis der zuständigen KV-Region und hält die Position bis zum Rezept nach. Umschalten zwischen SSB und Praxisbedarf geht auch nachträglich, für eine Teilmenge, mit Preiswechsel.

    Erkennung je Kunde × ArtikelPreis je KV-RegionOffene Rezepte überwachtAufteilung je Arzt

    Warum Standard-Warenwirtschaft hier aussteigt

    Sprechstundenbedarf ist der Grund, warum ein Fachhändler für Medizinprodukte keine Warenwirtschaft von der Stange einsetzen kann. Ob ein Artikel als SSB abgerechnet werden darf, hängt an der KV-Region, teils an der Fachrichtung des Arztes, und der Preis ist ein anderer als der Straßenverkaufspreis. Fällt die Entscheidung erst beim Abrechnen, ist der Beleg schon falsch bepreist.

    • Dieselbe Verbandmittel-Packung ist in einer KV-Region abrechenbar und in der nächsten nicht
    • Der SSB-Preis weicht vom normalen Verkaufspreis ab, und er gilt je Region
    • Ohne Rezept keine Abrechnung, aber die Praxis wartet nicht auf das Rezept
    • Bei einer Gemeinschaftspraxis will die Kasse wissen, welcher Arzt was verordnet hat

    So läuft es ab

    1. 1. Kunde einmal einstellen

      Am Kunden steht, ob er SSB mit einer Kasse abrechnen darf und welche KV-Region gilt. Die Region schlägt PARITY.med aus der BSNR vor, du übernimmst sie per Klick oder überschreibst sie. In Baden-Württemberg wird zusätzlich der Bezirk aus der BSNR abgeleitet und angezeigt.

    2. 2. Artikel kennzeichnen

      Am Artikel steht ein Basis-Kennzeichen „SSB-fähig“ plus eine Ausschlussliste für die Regionen, in denen es nicht gilt. Bewusst so herum: eine Positiv-Matrix über alle 17 KV-Regionen müsste jemand pflegen, bevor irgendetwas funktioniert. Der SSB-Preis hängt an Artikel und KV-Region und hat seine eigene Gültigkeit.

    3. 3. Auftrag erfassen

      Beim Einfügen einer Position prüft das System die Kombination aus Kunde und Artikel und zieht den SSB-Preis der Region statt des normalen Preises. Du siehst am Beleg, warum dieser Preis steht, nicht nur welcher.

    4. 4. Umschalten, auch später

      SSB und Praxisbedarf sind ein Schalter an der Position, mit Preiswechsel. Er wirkt auch nach der Lieferung und für eine Teilmenge, wenn ein Teil privat abgerechnet wird oder das Rezept am Ende nicht kommt.

    5. 5. Rezept nachhalten

      Du entscheidest je Fall, ob die Lieferung bis zum Rezept wartet oder sofort rausgeht. Offene SSB-Positionen bleiben als Liste sichtbar, mit dem Weg zurück: Rezept eintragen und abrechnen, oder auf normale Abrechnung umstellen.

    6. 6. Abrechnen

      Aus den gedeckten Positionen entsteht der Abrechnungslauf. Der Kostenträger ergibt sich aus der KV-Region des Kunden, nicht aus einer Auswahlliste: fehlt das Mapping, bricht die Anlage ab, statt an die falsche Kasse zu adressieren. Erzeugt werden die XRechnung nach EN 16931 und eine § 300-Datei, die heute noch ein Vorformat ist: einreichbar wird sie mit dem Kassenformat aus dem Pilot-Onboarding.

    Der Punkt, an dem es meistens schiefgeht: die Gemeinschaftspraxis

    SSB-Rezepte laufen pro Arzt. Bei einer Gemeinschaftspraxis muss der Bedarf auf die Ärzte aufgeteilt werden, sonst beanstandet die Kasse. In PARITY.med ist die Aufteilung Teil der Position und anteilig möglich, nicht ein Vermerk im Freitextfeld. Auch die Fachrichtung zählt mit: aus der LANR ergibt sich, welche Artikel für diesen Arzt überhaupt abrechenbar sind.

    Rechnung und Rezept müssen zueinander passen

    Eine Rechnung kann mehrere Rezepte enthalten, und die Kasse prüft Mengen und Reihenfolge. Wird ein Rezept im Nachhinein ungültig, brauchst du keine Umgehung: Rechnungskorrektur und erneutes Berechnen als Praxisbedarf zum anderen Preis sind vorgesehen.

    Was die Auswertung leistet und was sie nicht behauptet

    Der SSB-Anteil an Umsatz und Marge ist getrennt auswertbar. Gemessen wird dabei auf Auftragsebene, also vor der Aufteilung in die Abrechnungskanäle. Das ist bewusst so und macht die Zahl indikativ statt buchhalterisch abgestimmt. Wir schreiben das hier hin, weil eine Kennzahl, deren Bezugsgröße man nicht kennt, im Zweifel falsch entschieden wird.

    Marktvokabular, damit die Suche trifft

    Andere Begriffe für dasselbe Geschäft: Praxisbedarf, Sprechstundenbedarf-Rezept, SSB-Vereinbarung, Praxisbelieferung, Bestellportal für Arztpraxen. Wir schreiben Fachhandel Medizinprodukte, nicht Sanitätshaus, weil das ein anderes Segment ist: Orthopädietechnik, Reha und Homecare bedienen wir nicht.

    Was heute noch nicht geht

    Stand 13. August 2026. Diese Punkte ändern sich; das Datum sagt dir, wie frisch die Auskunft ist.

    • SSB ist kein Alleinstellungsmerkmal, und wir behaupten es nicht: mindestens drei Anbieter im Markt führen Sprechstundenbedarf im Funktionsumfang. Der Unterschied liegt im Detail, etwa beim nachträglichen Umschalten einer Teilmenge und bei der Aufteilung je Arzt.
    • Die § 300-Datei entsteht heute als lesbares Vorformat, nicht im Kassenformat mit festen Recordlängen und Segment-Kennungen. Sie ist damit nicht einreichbar, auch nicht per Hand: welche Technische Anlage für euren Kostenträger gilt, klären wir beim Onboarding, danach folgen das echte Format und der Versand über SFTP oder AS2.
    • Der Upload zu Abrechnungsdienstleistern wie Optica oder Duderstadt ist geplant und noch nicht gebaut.
    • Die Kostenträger je KV-Region sind eine Pflegeaufgabe im Mandanten. Wir liefern die Struktur, die realen IK-Nummern trägst du ein oder wir gemeinsam beim Onboarding.
    • Privatrezept-Workflow und ePA-Anbindung sind für die Zukunft geplant.

    Häufige Fragen

    Aus der BSNR des Kunden. Die ersten beiden Stellen tragen die Region, PARITY.med schlägt sie vor und du bestätigst oder korrigierst. Geraten wird nichts: wo die Ableitung mehrdeutig ist, bleibt das Feld leer statt falsch gefüllt.
    Die Position bleibt in der Liste der offenen Rezepte stehen, bis du sie auflöst. Du stellst sie auf normale Abrechnung um, der Preis wechselt mit, und aus der SSB-Position wird eine Praxisbedarf-Position. Ohne Rezept still weiter abzurechnen wäre der teurere Weg.
    Ja. Die Umschaltung wirkt auf eine Teilmenge der Position, auch nach der Lieferung. Der typische Fall ist genau das: ein Teil geht über das Rezept, der Rest privat.
    Beides ist im Zielbild vorgesehen. Für die direkte Abrechnung nach § 300 SGB V erzeugt PARITY.med heute ein Vorformat, das die Kasse noch nicht annimmt; das Kassenformat eures Kostenträgers kommt mit dem Pilot-Onboarding, die Übergabe an einen Abrechnungsdienstleister bauen wir als eigenen Schritt. Sag uns im Gespräch, über welchen Weg ihr heute abrechnet, dann ordnen wir das ehrlich ein.
    Nein. Die Regionsauswahl bietet die bei euch tatsächlich genutzten Regionen oben an, die vollständige Liste bleibt erreichbar. Gepflegt wird, was ihr beliefert, nicht alle 17.
    DW
    Fachlich geprüft am 13. August 2026
    Dominik Wild
    Geschäftsführer, PARITY Software GmbH

    Dominik Wild ist Geschäftsführer der PARITY Software GmbH und verantwortet neben dieser Funktion aktuell die Produktentwicklung von PARITY.med. Mit über 25 Jahren Erfahrung in der Standardsoftware-Entwicklung, Zoll- und Außenwirtschaft sowie in der Entwicklung von ERP-Systemen für regulierte Branchen begleitet er den Medizinprodukte-Fachhandel bei Digitalisierung, MDR-Compliance und Migrationsprojekten — vom Mittelständler bis zum spezialisierten Großhandel.

    Zeig uns einen echten SSB-Fall, wir zeigen dir den Weg durchs System

    30 Minuten Bildschirmtermin: bring einen typischen Vorgang mit, gern einen strittigen mit Gemeinschaftspraxis oder Teilmenge. Wir gehen ihn in PARITY.med durch, von der Erfassung bis zum Abrechnungslauf, und sagen dir wo es heute endet. Wenn dein Weg über einen Abrechnungsdienstleister läuft, hörst du das in diesen 30 Minuten und nicht im Projekt.