Wie schicke ich falsch gelieferte Ware an den Lieferanten zurück?
Wie schicke ich falsch gelieferte Ware an den Lieferanten zurück?
Schritt für Schritt
- Bestellung öffnen, zu der die Ware gehört — Einkauf → Bestellungen, dann den Beleg anklicken.
- Oben rechts ⋯ Weitere Aktionen → „Retoure erstellen" wählen. Der Einstieg steht nur an Bestellungen mit erfasstem Wareneingang.
- Vorbelegte Positionen prüfen. PARITY.med schlägt die vereinnahmten Positionen mit Artikel, Menge und Netto-EK vor. Die vorgeschlagene Menge ist der noch offene Rest — vereinnahmt minus bereits retourniert.
- Je Position das Los wählen (Lagerplatz mit Charge oder Seriennummer). Gibt es nur ein rücksendbares Los, ist es bereits gewählt. Bei mehreren Losen entscheidest Du, welche Charge beanstandet ist — die Bestellung weiß das nicht.
- Rückgabegrund setzen (Defekt/mangelhaft, Falschlieferung, Überlieferung, Verfallen, Sonstiges), nicht benötigte Positionen mit dem Papierkorb entfernen, Mengen anpassen.
- „Retoure anlegen" — die Retoure entsteht im Status Entwurf mit einer automatischen Belegnummer (
LR-…) und dem Bezug zur Bestellung. - „Versenden (Lagerabgang buchen)" auf der Retoure — erst hier verlässt die Ware den Bestand.
Überblick
Eine Lieferantenretoure entsteht am Wareneingang: falsch geliefert, beschädigt, zu viel. Der Beleg dazu ist die Bestellung, deshalb ist sie der richtige Einstieg — Lieferant, Artikel, Menge und Einkaufspreis stehen dort schon.
Der Weg über Einkauf → Lieferantenretouren → „Retoure anlegen" bleibt bestehen. Er ist der richtige für eine Rücksendung ohne Bestellbezug, etwa Ware aus einem Altbestand oder eine Sammelrücksendung. Dort suchst Du Lieferant und Artikel selbst und der Mengen-Deckel der Bestellung greift nicht.
Der Bestand wird nicht beim Anlegen gebucht, sondern beim Versenden. Ein Entwurf ist also folgenlos: Du kannst ihn ändern oder in den Papierkorb verschieben, ohne dass Lagerzahlen wackeln.
Voraussetzungen
- aktives Modul Handel
- das Recht „Lieferantenretouren anlegen" und das Recht „Lieferantenretouren anzeigen"
- zum Buchen des Lagerabgangs das Recht „Lieferantenretoure verarbeiten"
- mindestens ein erfasster Wareneingang zur Bestellung
Warum kann ich nur eine Teilmenge zurückgeben?
Zurückgehen kann nur, was vereinnahmt und noch nicht retourniert ist. PARITY.med rechnet je Artikel: vereinnahmte Menge minus bereits retournierte Menge. Entwürfe zählen mit — eine angelegte, noch nicht versendete Retoure beansprucht die Menge bereits. So lässt sich dieselbe Ware nicht zweimal anmelden.
Beispiel: Von 10 bestellten Stück sind 5 vereinnahmt, davon 3 bereits retourniert. Die Bestellung schlägt dann 2 Stück vor und weist eine höhere Menge ab.
Der Deckel gilt nicht nur im Dialog, sondern auch bei der Abgabe — auch wenn zwei Personen gleichzeitig arbeiten. Statt einer stillen Übermenge kommt dann eine Meldung mit Bestellnummer, Artikel und den beteiligten Mengen.
Wirfst Du einen Retouren-Entwurf in den Papierkorb, wird seine Menge wieder frei.
Warum fehlt „Retoure erstellen" an meiner Bestellung?
Drei Gründe, und die Bestellung nennt sie im Reiter Retouren:
- Noch kein Wareneingang erfasst. Eine Retoure setzt vereinnahmte Ware voraus. Erfasse zuerst den Wareneingang.
- Alle vereinnahmten Mengen sind bereits retourniert. Es ist nichts mehr offen.
- Die Bestellung ist storniert. Zu einem stornierten Beleg entsteht keine neue Retoure.
Fehlt Dir das Recht „Lieferantenretouren anzeigen", wird die Aktion ebenfalls nicht angeboten: ohne Einblick in die vorhandenen Retouren ist die noch offene Menge nicht bestimmbar.
Wie finde ich die Retouren zu einer Bestellung?
Die Bestellung hat einen Reiter Retouren mit Belegnummer, Datum, Grund, Menge, Nettowert und Status; ein Klick öffnet den Beleg. In der Gegenrichtung führt der Bestellbezug im Kopf der Retoure als Link zurück zur Bestellung.
Muss ich Charge und Seriennummer erneut erfassen?
Nein. Sie kommen aus dem Bestandssatz, den Du je Position als Los auswählst — dieselbe Auswahl wie bei einer Retoure ohne Bestellbezug. Die Bestellung führt keine Charge; sie weiß nur, was bestellt und vereinnahmt wurde.
FAQ
F: Kann ich mehrere Retouren zur selben Bestellung anlegen?
A: Ja, solange vereinnahmte Menge offen ist. Jede weitere Retoure rechnet die bereits angemeldeten Mengen an.
F: Kann ich einen Artikel retournieren, der nicht auf der Bestellung steht?
A: Nicht mit Bestellbezug — die Positionen kommen aus der Bestellung. Für solche Ware ist die Retoure ohne Bestellbezug über Einkauf → Lieferantenretouren der richtige Weg.
F: Wann sinkt der Lagerbestand?
A: Erst beim Versenden der Retoure. Bis dahin ist der Entwurf eine reine Ankündigung.
F: Reicht die vereinnahmte Menge, oder muss die Ware auch im Lager liegen?
A: Beides. Die Bestellung begrenzt, wieviel zurückgehen darf; der gewählte Bestandssatz begrenzt, wieviel davon gerade da ist. Ist die Ware inzwischen verkauft, greift die engere der beiden Grenzen.
F: Was ist der Unterschied zur Kundenretoure?
A: Die Lieferantenretoure geht aus dem Lager zurück an den Lieferanten. Eine Kundenretoure kommt in das Lager zurück — siehe Wie erfasse ich eine Kundenretoure?.
Verwandte Themen
- Wie lege ich eine Bestellung an? — der Beleg, aus dem die Retoure entsteht
- Verfallsdatum beim Wareneingang erfassen — Charge und Verfall, die die Retoure später übernimmt
- Wie erfasse ich eine Kundenretoure? — Abgrenzung zur Rücksendung vom Kunden
- Wie verarbeite ich defekte Rücksendungen? — Wiedereinlagern oder Vernichtung bei Kundenretouren
Letzte Aktualisierung: 2026-09-21