Wie stelle ich mir eine eigene Umsatzauswertung zusammen?
Wie stelle ich mir eine eigene Umsatzauswertung zusammen?
Im Analyse-Cockpit unter CRM & BI → Auswertungen → Analyse-Cockpit formulierst du deine Frage selbst, statt eine fertige Auswertung zu lesen. Du legst vier Dinge fest — und bekommst sofort das Ergebnis:
- Kennzahl — was gemessen wird (derzeit: Nettoumsatz)
- Aufgeteilt nach — wonach gruppiert wird (Kunde, Kundengruppe, Warengruppe, Artikel oder Erlösgruppe)
- Zeitraum — welches Kalenderjahr
- Vergleich — Vorjahr oder kein Vergleich
Dazu optional ein oder mehrere Filter. Die Konfiguration liest sich als Satz: „Zeige Nettoumsatz, aufgeteilt nach Kundengruppe, für 2026, im Vergleich zum Vorjahr."
Schritt für Schritt: eine Analyse zusammenstellen
- Öffne CRM & BI → Auswertungen → Analyse-Cockpit.
- Wähle im Satz oben unter Aufgeteilt nach, wonach du gruppieren willst — zum Beispiel Kundengruppe.
- Stelle Zeitraum und Vergleich ein. Voreingestellt sind das laufende Jahr und der Vorjahresvergleich.
- Klicke auf Filter hinzufügen, wenn du den Ausschnitt eingrenzen willst, wähle die Größe (etwa Warengruppe) und dann den Wert (etwa Praxishygiene).
- Lies das Ergebnis: oben Gesamtwert, Vergleichswert und Veränderung, darunter die Rangliste mit absoluten Beträgen, Anteilen und Vorjahreswerten.
Ein Beispiel: Aufteilung Kunde, Filter Warengruppe = Handschuhe beantwortet „welche Kunden kaufen Handschuhe, und wie viel Umsatz machen wir mit ihnen".
Wo ist der Unterschied zur Umsatzanalyse?
Die Umsatzanalyse ist die geführte Übersicht: feste Kopfzahlen, Drei-Jahres-Kurve, Erlösgruppen und ein Drill-down durch deine Warengruppen-Hierarchie. Sie beantwortet „wie läuft das Geschäft".
Das Analyse-Cockpit ist die freie Nachfrage: eine Aufteilung, flach und vergleichbar, dafür beliebig kombinierbar mit Filtern. Es beantwortet „wer oder was steckt dahinter".
Beide rechnen auf derselben Zahlenbasis. Ohne gesetzten Filter ist der Gesamtwert im Cockpit exakt die Kopfzahl der Umsatzanalyse. Es gibt keine zweite Umsatzdefinition, die auseinanderlaufen könnte.
Wonach kann ich aufteilen?
| Aufteilung | Beantwortet |
|---|---|
| Kunde | Mit wem machen wir Umsatz? |
| Kundengruppe | Welche Kundenart trägt den Umsatz — Praxis, Sanitätshaus, Apotheke …? |
| Warengruppe | Welcher Teil des Sortiments? |
| Artikel | Welche einzelnen Produkte? |
| Erlösgruppe | Wie wird abgerechnet — SSB, Praxisbedarf, Hilfsmittel SGB V …? |
Jede dieser Größen lässt sich auch als Filter verwenden. Nicht möglich ist die Kombination derselben Größe auf beiden Seiten: „nach Kunde aufgeteilt, gefiltert auf einen Kunden" ergäbe eine Analyse mit einer einzigen Zeile und wird deshalb abgelehnt. Die schon gewählte Aufteilung erscheint darum gar nicht in der Filterauswahl.
Wie kombiniere ich mehrere Filter?
Filter werden und-verknüpft: gezeigt wird nur, was allen Bedingungen entspricht. Kunde = Praxis Müller zusammen mit Warengruppe = Praxishygiene zeigt also ausschließlich den Praxishygiene-Umsatz dieses einen Kunden.
Jeder aktive Filter steht als Chip unter dem Konfigurationssatz und lässt sich einzeln mit dem × entfernen.
Warum umfasst ein Warengruppen-Filter auch die Untergruppen?
Weil der Umsatz an den untersten Warengruppen hängt. Ein Artikel liegt in Handschuhe, nicht in der Oberkategorie Praxishygiene.
Filterst du auf Praxishygiene, rechnet das Cockpit deshalb den gesamten Zweig mit — Handschuhe, Desinfektion und alles weitere darunter, plus die Artikel, die direkt an Praxishygiene hängen. Ohne diese Regel zeigte der Filter 0 €, und du hättest keinen Anlass zu vermuten, dass etwas fehlt.
Als Aufteilung gruppiert die Warengruppe dagegen flach: eine Zeile je tatsächlich zugeordneter Gruppe, ohne Hierarchie. Wer sich durch die Ebenen bewegen will, nutzt die Sortimentsanalyse in der Umsatzanalyse.
Was bedeuten die kursiven Zeilen am Ende der Rangliste?
Sie sind Sammelposten und sorgen dafür, dass sich die Zeilen exakt auf den Gesamtwert oben addieren:
- Ohne Kundengruppe — Umsatz von Kunden, denen keine Kundengruppe zugeordnet ist.
- Ohne Warengruppe — Artikel ohne zugeordnete Warengruppe.
- Ohne Erlösgruppe — Artikel ohne zugeordnete Erlösgruppe.
- Ohne Artikelbezug — Freitextpositionen wie Versandpauschalen. Sie haben keine Warengruppe, weil sie keinen Artikel haben — fachlich etwas anderes als ein Artikel ohne Zuordnung.
- Weitere N Kunden / Artikel — die Restzeile einer gekappten Liste (siehe unten).
Ein großer Sammelposten ist kein Fehler, sondern ein Pflegehinweis: dort fehlt eine Zuordnung im Stammsatz. Verschwände die Zeile, wäre die Aufschlüsselung nicht mehr nachrechenbar — und du wüsstest nicht, dass etwas fehlt.
Warum sehe ich bei Kunde und Artikel nur 50 Zeilen?
Bei diesen beiden Aufteilungen kann es tausende Werte geben. Das Cockpit zeigt deshalb die 50 größten einzeln und fasst den Rest in einer Zeile Weitere N Kunden beziehungsweise Weitere N Artikel zusammen.
Wichtig: Gesamtwert und Anteile werden über alle Werte gerechnet, nicht nur über die sichtbaren. Die Kappung betrifft nur die Darstellung, nie die Summe. Bei mehr als 15 Werten erscheint unter der Rangliste zusätzlich eine vollständige Tabelle.
Warum vergleicht die Seite Januar bis heute?
Der ausgewiesene Wert ist der im Jahr bis heute fakturierte Umsatz — im August also acht Monate. Die Veränderung rechnet dagegen auf einem gleich langen Fenster: Januar bis zum aktuellen Monat gegen denselben Zeitraum im Vorjahr.
Ohne diese Begrenzung liefe ein Teiljahr gegen ein volles Vorjahr und behauptete im August einen Einbruch, den es nicht gibt. Das Cockpit benennt das Fenster im Klartext unter der Prozentzahl, damit sie einordbar bleibt. Bei einem abgeschlossenen Jahr vergleicht es über zwölf Monate.
Ändern sich alte Zahlen, wenn ich Stammdaten umstelle?
Das hängt von der Größe ab — und ist wichtig zu wissen, bevor du eine Auswertung weitergibst:
- Warengruppe: Für Rechnungen, die nach Einführung der Warengruppen entstanden sind, ändert sich nichts. Jede Position merkt sich ihre Warengruppe zum Zeitpunkt der Rechnung. Bei Altbestand und b-med-Importen greift die heutige Zuordnung.
- Kundengruppe: Hier zählt immer der heutige Stand. Verschiebst du einen Kunden von Praxis nach Sanitätshaus, wandert auch sein Vorjahresumsatz in die neue Gruppe.
- Erlösgruppe: genauso — die Zuordnung kommt aus dem heutigen Artikelstamm.
Eine schon berichtete Aufteilung nach Kundengruppe oder Erlösgruppe kann sich nach einer Umklassifizierung also anders lesen als beim ersten Mal. Der Gesamtumsatz bleibt in jedem Fall unverändert; nur seine Verteilung verschiebt sich. Umbenennen und Deaktivieren einer Gruppe sind immer unschädlich: die Auswertung verknüpft über die Gruppe selbst, nicht über ihren Namen.
Wie komme ich aus einer anderen Auswertung direkt hierher?
Über das Lupensymbol neben einer Zeile. Es öffnet das Cockpit mit passend gesetztem Filter:
- In der Sortimentsanalyse der Umsatzanalyse, an einer Warengruppen- oder Artikelzeile → Aufteilung Kunde, gefiltert auf diese Warengruppe beziehungsweise diesen Artikel. Das beantwortet „welche Kunden kaufen das".
- In der Erlösgruppen-Karte → Aufteilung Kunde, gefiltert auf diese Erlösgruppe.
- Im Kundenwert-Detail über Im Analyse-Cockpit öffnen → Aufteilung Warengruppe, gefiltert auf diesen Kunden. Das beantwortet „was kauft dieser Kunde".
An Sammelposten gibt es das Symbol nicht: eine Restmenge lässt sich nicht als Filter ausdrücken.
Kann ich eine Analyse speichern oder weitergeben?
Weitergeben ja: die Adresszeile enthält die vollständige Analyse. Kopiere die URL, und der Empfänger sieht dieselbe Auswertung — vorausgesetzt, er hat das Recht dafür. Ein Lesezeichen funktioniert genauso, ebenso die Zurück-Taste des Browsers, die dich Schritt für Schritt durch deine Auswertungen zurückführt.
Speichern unter einem Namen ist derzeit nicht möglich, ebenso wenig ein PDF- oder Excel-Export. Beides ist geplant.
Wer darf das Analyse-Cockpit sehen?
Die Seite gehört zum Modul CRM & BI und setzt das Recht „Rechnungen anzeigen" voraus — dasselbe Recht wie die Umsatzanalyse, der Kundenwert und die Umsatzzahlen im Handel-Dashboard. Umsatz ist wirtschaftliche Verkaufsinformation und soll nicht über den Umweg einer Auswertung bei Personen landen, die sie im Modul Handel nicht sehen dürfen.
Einen Rohertrag, eine Marge oder Einkaufspreise zeigt das Cockpit bewusst nicht.
FAQ
Warum steht bei der Kennzahl nur „Nettoumsatz" zur Auswahl? Weil das die einzige Kennzahl der ersten Ausbaustufe ist. Das Auswahlfeld ist trotzdem sichtbar, damit die Bedienung gleich bleibt, wenn weitere Kennzahlen dazukommen.
Warum netto und nicht brutto? Die Umsatzsteuer ist ein durchlaufender Posten — sie gehört dem Finanzamt, nicht dem Betrieb. Alle Auswertungen in parity.med weisen deshalb Nettobeträge aus.
Welches Datum zählt? Das Rechnungsdatum, nicht das Zahlungsdatum. Eine offene Rechnung zählt also mit.
Zählen Stornos mit? Ja, und zwar korrekt gegengerechnet. Eine stornierte Rechnung und ihre Gegenbuchung heben sich auf. Die Gegenbuchung wirkt in dem Monat, in dem storniert wurde.
Ich habe gefiltert und sehe 0 €. Ist das ein Fehler? Nicht unbedingt. Der Hinweis unter der Rangliste nennt die aktiven Filter — steht dort zum Beispiel „Für Warengruppe: Praxishygiene gibt es 2026 keinen fakturierten Umsatz", ist die Kombination tatsächlich leer. Prüfe als Erstes, ob die Warengruppen-Zuordnung im Artikelstamm gepflegt ist.
Warum fehlt eine Zeile, die ich erwarte? Werte ohne Umsatz in beiden Jahren werden weggelassen. Ein Rückgang auf 0 € bleibt dagegen sichtbar — gerade dort ist die Frage „was ist weggebrochen" interessant.
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Letzte Aktualisierung: 13.08.2026