Warum steht ein Kunde in der Datenqualität — und warum gerade jetzt?
Warum steht ein Kunde in der Datenqualität — und warum gerade jetzt?
Die Datenqualität in CRM & BI zeigt dir, bei welchen Kunden die Stammdaten Aufmerksamkeit brauchen. Sie vergibt bewusst keinen Prozentwert und keine Punktzahl je Kunde, sondern nennt konkrete Befunde: was fehlt, was widersprüchlich ist, was bestätigt werden sollte.
Dieser Beitrag beantwortet die drei Fragen, die dabei am häufigsten aufkommen: Warum taucht ein Kunde überhaupt auf? Warum ausgerechnet dieser früher als jener? Und was bedeutet „nachweislich unerreichbar"?
Prüfintervalle: wann Daten erneut bestätigt werden sollen
Angaben veralten, ohne dass jemand sie ändert. Ein Kunde zieht um, wechselt die Telefonnummer, bekommt eine neue Rechnungsanschrift — im System steht der alte Stand weiter, unverändert und damit scheinbar in Ordnung.
Deshalb führt PARITY.med je Kunde einen Zeitpunkt der letzten Bestätigung — getrennt für Kontaktdaten, Rechnungsanschrift und Lieferanschrift. Liegt er länger zurück als das eingestellte Intervall, erscheint der Befund „Kontaktdaten bestätigen" (bzw. die jeweilige Anschrift).
Die Intervalle stellst du selbst ein — in der Datenqualität führt der Verweis Prüfintervalle anpassen direkt dorthin. Die Vorgabe ist 12 Monate für Kontaktdaten und je 18 Monate für die beiden Anschriften.
Wichtig: „Bestätigung fällig" heißt nicht, dass etwas falsch ist. Es heißt: seit der letzten Bestätigung ist viel Zeit vergangen, ein kurzer Blick lohnt sich.
Warum A-Kunden früher erscheinen als C-Kunden
Das eingestellte Intervall ist der Basiswert. Darauf wirkt die ABC-Klasse des Kunden:
| ABC-Klasse | Wirkung | Beispiel bei 12 Monaten Basis |
|---|---|---|
| A | halbes Intervall | nach 6 Monaten fällig |
| B | Basiswert unverändert | nach 12 Monaten fällig |
| C | anderthalbfaches Intervall | nach 18 Monaten fällig |
| ohne Klasse | Basiswert unverändert | nach 12 Monaten fällig |
Der Gedanke dahinter: Bei einem A-Kunden kostet eine veraltete Anschrift mehr — dort fällt eine unzustellbare Rechnung stärker ins Gewicht als bei einem Kunden mit zwei Bestellungen im Jahr. Wer die Klassifizierung nicht nutzt, merkt von der Staffelung nichts; dann gilt für alle Kunden der eingestellte Basiswert.
Nach der Umstellung erscheinen auf einen Schlag mehr A-Kunden. Das ist kein Fehler. Die kürzere Frist wirkt sofort auf die bereits gespeicherten Bestätigungszeitpunkte — ein A-Kunde, dessen Kontaktdaten vor acht Monaten bestätigt wurden, war gestern noch nicht fällig und ist es heute. Die Zahl beruhigt sich, sobald die Liste einmal abgearbeitet ist.
„E-Mail unerreichbar": was dahintersteckt
Die meisten Befunde sagen, dass etwas fehlt. Dieser eine sagt, dass etwas falsch ist — und zwar belegt.
Wenn PARITY.med eine Nachricht an einen Kunden schickt und der Empfangsserver sie endgültig abweist (etwa mit „Empfänger unbekannt"), ist damit erwiesen: Diese Adresse existiert nicht mehr. Der Befund heißt „E-Mail unerreichbar" und ist als kritisch eingestuft, weil über diese Adresse keine Belege mehr zustellbar sind.
Zwei Abgrenzungen, die häufig für Rückfragen sorgen:
- Nur endgültige Abweisungen zählen. Ein volles Postfach, eine vorübergehende Serverstörung oder eine Einstufung als Werbung führen nicht zu diesem Befund — sie sagen nichts über die Richtigkeit der Adresse aus.
- Eine zuvor erteilte Bestätigung verfällt. Wurden die Kontaktdaten vor drei Monaten bestätigt, die Adresse ist inzwischen aber nachweislich unerreichbar, gilt die Bestätigung für die Kontaktdaten nicht mehr — die Wirklichkeit hat sie widerlegt. Der Kunde erscheint dann zusätzlich zur Bestätigung.
Behoben wird der Befund, indem du die E-Mail-Adresse im Kundenstammsatz korrigierst.
Was bei Aktionen mit ungültigen Adressen passiert
Versendest du eine Aktion an mehrere Kunden — etwa die Aktion zu ablaufenden Artikeln —, nennt dir die Vorschau vorab, wie viele Empfänger übersprungen werden und warum. Neben „ohne Einwilligung" und „ohne Adresse" stehen dort auch „Adresse fehlerhaft" (die Adresse ist formal keine gültige E-Mail-Adresse) und „Rückläufer" (an diese Adresse konnte bereits nicht zugestellt werden).
Diese Empfänger werden gar nicht erst angeschrieben. Das ist Absicht: Ein Versand an eine bekannte Fehladresse schadet der Zustellbarkeit aller weiteren Nachrichten deines Mandanten.
Beim Kampagnen-Gate zählt jeder Sperrgrund, nicht nur die endgültige Abweisung — hier geht es um die Frage „kommt die Nachricht an?", nicht um „ist die Adresse richtig?". Deshalb kann ein Empfänger übersprungen werden, ohne dass in der Datenqualität „E-Mail unerreichbar" steht.
Daten beim Kunden erfragen
Statt selbst zu recherchieren, kannst du den Kunden fragen: Daten anfragen erzeugt eine E-Mail mit einem persönlichen Link, über den der Kunde seine Angaben prüft, korrigiert und bestätigt. Vor dem Versand siehst du die Nachricht in einer Vorschau und kannst sie anpassen.
Die Rückmeldung ändert den Stammsatz nicht automatisch — sie kommt als Vorschlag herein, den du übernimmst oder verwirfst.
Hat der Kunde noch keine Einwilligung für Werbung erteilt, kannst du in der Vorschau zusätzlich „Werbeeinwilligung mit erfragen" ankreuzen. Der Kunde sieht dann auf der Selbstauskunftsseite ein freiwilliges Ankreuzfeld; die Einwilligung gilt mit dem Absenden und ist jederzeit widerrufbar. Auf die Bearbeitung der übrigen Angaben hat sie keinen Einfluss.
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